Förderungen
Förderprogramme für ein altersgerechtes und intelligentes Zuhause (AAL)
Förderprogramme – Finanzielle Unterstützung für mehr Sicherheit und Selbstständigkeit
Die Umgestaltung einer Wohnung zu einem altersgerechten und technisch unterstützten Zuhause muss nicht allein finanziert werden. Bund, Länder, Pflegekassen und teilweise auch Kommunen bieten verschiedene Förderprogramme an, die den Einbau von technischen Hilfsmitteln und Maßnahmen zur Wohnraumanpassung unterstützen. Dadurch können ältere Menschen länger selbstständig in ihrer vertrauten Umgebung leben und gleichzeitig ihre Sicherheit und Lebensqualität erhöhen.
Zuschuss der Pflegekasse für Wohnumfeldverbesserung
Eine der wichtigsten Fördermöglichkeiten bietet die Pflegeversicherung. Menschen mit einem anerkannten Pflegegrad können bei ihrer Pflegekasse einen Zuschuss für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes beantragen.
Gefördert werden beispielsweise:
- Türverbreiterungen
- Bodengleiche Duschen
- Treppenlifte
- Haltegriffe
- Rampen
- Türantriebe
- Smart-Home-Technik zur Unterstützung der Selbstständigkeit
- Beleuchtungs- und Sicherheitssysteme
Der Zuschuss beträgt derzeit bis zu 4.180 Euro pro pflegebedürftiger Person. Leben mehrere anspruchsberechtigte Personen in einem Haushalt, kann der Gesamtzuschuss deutlich höher ausfallen.
Wichtig ist, dass der Antrag vor Beginn der Umbaumaßnahme bei der Pflegekasse gestellt wird.
KfW-Förderung „Altersgerecht Umbauen“
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt seit vielen Jahren den altersgerechten Umbau von Wohnraum. Je nach aktueller Haushaltslage werden zinsgünstige Kredite oder Zuschussprogramme angeboten.
Gefördert werden unter anderem:
- Barrierefreie Zugänge
- Aufzüge
- Treppenlifte
- Automatische Türsysteme
- Beleuchtungssysteme
- Einbruchschutz
- Smart-Home-Lösungen
Da sich die Förderbedingungen regelmäßig ändern, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Programme der KfW oder eine Beratung durch die Hausbank.
Digitale Pflegeanwendungen (DiPA)
Mit dem Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz wurden sogenannte Digitale Pflegeanwendungen (DiPA) eingeführt. Dabei handelt es sich um digitale Lösungen, die pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen im Alltag unterstützen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Erinnerungs-Apps
- Organisation der Pflege
- Sturzprävention
- Kommunikation mit Angehörigen
- Digitale Trainingsprogramme
Je nach Zulassung können die Kosten teilweise von der Pflegeversicherung übernommen werden.
Hilfsmittel der Krankenkasse
Viele technische Hilfsmittel werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen oder bezuschusst, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt.
Dazu zählen beispielsweise:
- Hausnotrufsysteme
- Blutdruckmessgeräte
- Rollatoren
- Pflegebetten
- Patientenlifter
- Anti-Dekubitus-Systeme
- Hörhilfen
Ob eine Kostenübernahme möglich ist, hängt vom jeweiligen Hilfsmittel und der medizinischen Notwendigkeit ab.
Wohnraumberatung der Kommunen
Viele Städte und Landkreise bieten eine kostenlose Wohnraumberatung an. Fachberater analysieren die Wohnung und zeigen Möglichkeiten auf, wie sie altersgerecht und sicher gestaltet werden kann.
Dabei erhalten Interessierte Informationen zu:
- Barrierefreiem Umbau
- Technischen Assistenzsystemen (AAL)
- Fördermöglichkeiten
- Finanzierung
- regionalen Handwerksbetrieben
Diese Beratung ist häufig unabhängig und kostenfrei.
Förderprogramme der Bundesländer
Viele Bundesländer fördern zusätzlich den altersgerechten Umbau von Wohnraum. Je nach Region gibt es Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen für Maßnahmen wie:
- Barrierefreies Wohnen
- Smart-Home-Technik
- energetische Sanierung mit Barriereabbau
- Modernisierung bestehender Wohnungen
Da die Programme regional unterschiedlich sind, lohnt sich eine Nachfrage bei der jeweiligen Landesförderbank oder Wohnraumförderstelle.
Zuschüsse von Städten und Gemeinden
Einige Städte und Gemeinden bieten ergänzende Förderprogramme für Seniorinnen und Senioren an. Unterstützt werden beispielsweise:
- Einbau von Haltegriffen
- Türschwellenabbau
- barrierefreie Badezimmer
- Sicherheitsbeleuchtung
- Smart-Home-Komponenten
Diese Förderungen unterscheiden sich je nach Kommune und sollten direkt vor Ort erfragt werden.
Fördermöglichkeiten für AAL-Technik
Auch sogenannte Ambient Assisted Living (AAL)-Systeme, also intelligente technische Assistenzlösungen für den Alltag, können unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden. Dazu gehören beispielsweise:
- Hausnotrufsysteme
- Sturzsensoren
- Bewegungsmelder
- intelligente Beleuchtung
- Sprachassistenten
- Tür- und Fenstersensoren
- elektronische Türöffner
- Smart-Home-Steuerungen
- Gesundheitsmonitoring
- Telemedizin-Lösungen
Ob eine Förderung möglich ist, hängt vom individuellen Bedarf und vom jeweiligen Förderprogramm ab.
Unser Tipp
Informieren Sie sich vor dem Kauf oder Umbau über mögliche Förderungen. Viele Zuschüsse werden nur gewährt, wenn der Antrag vor Beginn der Maßnahme gestellt wird. Eine Beratung durch die Pflegekasse, die Wohnraumberatung Ihrer Kommune oder eine Verbraucherzentrale kann helfen, die passende Förderung zu finden und unnötige Kosten zu vermeiden.
Mit den richtigen Förderprogrammen lassen sich viele Maßnahmen zur Verbesserung von Sicherheit, Komfort und Selbstständigkeit deutlich günstiger umsetzen. So wird der Weg zu einem altersgerechten und intelligenten Zuhause nicht nur einfacher, sondern auch finanziell attraktiver.
