Barrierefreiheit im Außenbereich: Tipps für ein ungehindertes Leben

Die Frage nach der Mobilität und mentalen Fitness älterer Menschen außerhalb des Hauses ist von großer Bedeutung. Selbst wenn sie noch eigenständig unterwegs sind, ist es entscheidend, die Umgebung barrierefrei zu gestalten. Vorausschauende Umbauten können bereits in jüngeren Jahren geplant werden, um ein uneingeschränktes Bewegen im Freien im Laufe des Lebens zu ermöglichen.

Dieser Artikel präsentiert wichtige Aspekte, die möglicherweise relevant sind. Die vorgestellten Tipps basieren hauptsächlich auf den Richtlinien der DIN 18040 „Barrierefreies Bauen“. Während sie für öffentliche Gebäude verbindlich sind, dienen sie für private Wohnungen als Richtlinie.

Am besten schnappen Sie sich Papier und Stift, gehen vor die Haustür und machen sich einige Notizen darüber, was verbessert werden könnte. Diese Anregungen können dazu beitragen, den Außenbereich für alle zugänglicher und komfortabler zu gestalten.

Wie Sie Ihre Außenanlage barrierefrei gestalten können

Wenn Sie gerade dabei sind, ein Haus oder eine Wohnung zu erwerben und planen, dort für lange Zeit zu bleiben, sind einige wichtige Überlegungen anzustellen. Die Broschüre „Betreutes Wohnen im Alter-Standards“ der Vereinigung BSQBW (Bayrische Stiftung für Qualität im Betreuten Wohnen) bietet wertvolle Tipps, die nicht nur für Altenbetreuungsanlagen gelten, sondern auch auf Wohnungen im jungen Erwachsenenalter anwendbar sind.

1. Zugänglichkeit zur Infrastruktur:

Eine optimale Lösung ist eine Bushaltestelle direkt vor der Tür. Bis zu 10 Minuten Fußweg sind akzeptabel, aber eine Zeitdauer von mehr als 15 Minuten bis zur Bushaltestelle könnte für Rollatoren eine Herausforderung darstellen. Überprüfen Sie auch die Frequenz der Busverbindungen – idealerweise sollte es mindestens 5 Verbindungen täglich geben, um eine gute Anbindung zu gewährleisten.

2. Erreichbarkeit von Einrichtungen:

Alle wichtigen Einrichtungen wie Bäcker, Post, Supermarkt, Bank, Drogerie und Arztpraxen sollten innerhalb von maximal 15 Fußminuten erreichbar sein. Notfalls sollte der ÖPNV eine Alternative bieten, um diese Orte zu erreichen. Für den täglichen Bedarf ist eine Strecke von bis zu 10 Fußminuten mit einem Rollator zumutbar.

3. Sicherheit und Lärmbelästigung:

Die Auswahl einer Wohnung in einer sicheren Umgebung gemäß Kriminalstatistiken ist ratsam. Außerdem ist es wichtig, auf die Vermeidung von Lärmbelästigung durch innerstädtischen Verkehr zu achten, um ein ruhiges Wohnumfeld zu gewährleisten.

Die Beachtung dieser Punkte bei der Auswahl einer Wohnsitzes kann dazu beitragen, dass Ihre Wohnumgebung barrierefrei und komfortabel gestaltet ist, sowohl für den Alltag als auch für die Jahre, die vor Ihnen liegen.

Barrierefreie PKW-Stellplätze: Die richtigen Maße für maximale Zugänglichkeit

Für die Schaffung eines barrierefreien Stellplatzes gibt die DIN 18040 präzise Anleitungen. Gemäß dieser Norm sind genaue Informationen verfügbar, um eine optimale Zugänglichkeit zu gewährleisten.

1. Optimale Maße für barrierefreie Stellplätze:

Für einen seitlichen Ausstieg sollte der Stellplatz mindestens 3,50 Meter breit und mindestens 5,00 Meter lang sein. Bei einem Heckausstieg sind mindestens 5,00 Meter Länge sowie eine zusätzliche Bewegungsfläche von 2,50 Metern Tiefe erforderlich.

Die Einhaltung dieser Maße gemäß DIN 18040 ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Ihr barrierefreier Stellplatz optimal gestaltet ist und maximale Bewegungsfreiheit ermöglicht.

Die Berücksichtigung dieser Normen bei der Anlage von PKW-Stellplätzen trägt dazu bei, dass Barrierefreiheit nicht nur ein Konzept bleibt, sondern in der Realität umgesetzt wird, um eine komfortable und zugängliche Umgebung zu schaffen.

Barrierefreie Wege, Treppen und Rampen für maximale Zugänglichkeit

Auf dem Weg vom Stellplatz bis zur Eingangstür spielt die Gestaltung der Wege, Treppen und Rampen eine entscheidende Rolle für die Barrierefreiheit Ihrer Außenanlage.

1. Barrierefreie Wege gestalten:

Größere Plattenformate eignen sich ideal, um Wege barrierefrei zu gestalten. Materialien wie Beton-, Natursteinpflaster oder wassergebundene Deckschichten sind empfehlenswert, wobei eine Reduzierung von Fugen wichtig ist. Rutschgefahr kann durch rau geschliffene oder sandgestrahlte Betonsteine sowie spezifisch behandelten Naturstein minimiert werden. Der Rutschwiderstand, der im „Merkblatt über den Rutschwiderstand von Pflaster- und Plattenbelägen für den Fußgängerverkehr“ beschrieben ist, gibt detaillierte Informationen zur Rutschhemmung unterschiedlicher Oberflächen.

Das Längsgefälle einer Wegstrecke sollte möglichst 3 Prozent nicht überschreiten. Unter bestimmten Umständen sind Abweichungen davon möglich. Allerdings ist ein Längsgefälle über 6 Prozent mit dem Rollator oder dem Rollstuhl alleine nicht mehr zu bewältigen.

2. Treppenkonstruktion für maximale Sicherheit:

Einzelstufen bzw. kleine Höhendifferenzen bilden eine Gefahr, die es zu vermeiden gilt. Idealerweise sollten Treppen einen geraden Verlauf haben, aber bei gebogenen Treppenläufen ist fachmännischer Rat sinnvoll. Die Treppe sollte eine nutzbare Breite von mindestens 1 Meter haben und die Stufenhöhe zwischen 14 cm und 17 cm liegen. Die Fläche für den Auftritt beträgt zwischen 26 cm 37 cm. Bei einem Auftritt von weniger als 26 cm ist es schwierig, den Fuß sicher aufzusetzen.

Eine Treppenstufe besteht aus einer Trittstufe, der Fläche auf die man auftritt, und einer Setzstufe, das ist der Teil der Stufe, der die vordere Ansicht bietet. Trittstufen dürfen i.d.R. nicht über Setzstufen vorragen, sodass man nicht mit dem Fuß unter die Stufe gerät. Allerdings dürfen Setzstufen  nach oben hin leicht schräg verlaufen. Durch diese Anschrägung darf die Trittstufe aber die Setzstufe nicht mehr als 2 cm überragen.

Markierungen mit einem rutschhemmenden Profil an den Vorderkanten der Stufen lassen die Stufen besser erkennen und erhöhen ebenso wie gut greifbare Handläufe  die Sicherheit.

3. Rampen für einfache Zugänglichkeit:

Zur Überwindung von wenigen Treppenstufen ist für Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer eine Rampe erforderlich. Die Berechnung der Lauflänge erfolgt gemäß einer spezifischen Formel und sollte möglichst geradlinig verlaufen. Bei Platzmangel kann eine mobile Rampe eine Alternative sein. Hierbei wird jedoch eine zweite Person benötigt, die die Rampe aufstellen kann.

4. Bewegungsflächen und Türschwellen:

Vor dem Eingangsbereich sind großzügige Bewegungsflächen gemäß DIN 18040 von 1,50 m x 1,50 m erforderlich. Türschwellen über 3 cm Höhe können für Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer zu Hindernissen werden.

Durch Beachtung dieser Aspekte bei der Gestaltung von Wegen, Treppen und Rampen schaffen Sie eine barrierefreie Umgebung, die die Zugänglichkeit für alle Nutzer gewährleistet und eine sichere Bewegung im Außenbereich ermöglicht.

Optimale Außenbeleuchtung für Sicherheit und Sichtbarkeit

Neben der Gestaltung von Wegen, Treppen und Rampen spielt auch die Beleuchtung im Außenbereich eine entscheidende Rolle für die Barrierefreiheit und Sicherheit.

1. Richtige Beleuchtung für Wege und Treppen:

Eine angemessene Beleuchtung ist wichtig, um Wege auch bei Dunkelheit oder schlechten Wetterbedingungen gut sichtbar zu machen, ohne dabei Blendungen oder Spiegelungen zu erzeugen. Bodennahe Leuchten entlang des Weges, gleichmäßig platziert, bieten eine Lösung, um Schattenbildung zu minimieren. Solarleuchten können eine kostengünstige und unkomplizierte Option sein, die im Handel erhältlich sind.

2. Besondere Aufmerksamkeit für Treppen und Rampen:

Für Bereiche mit Treppen und Rampen ist eine besonders gute Beleuchtung entscheidend, um diese Bereiche deutlich erkennbar zu machen. Eine klare Sicht auf die einzelnen Stufen ist unerlässlich, wobei Schattenbildung vermieden werden sollte, um die Sicht nicht zu beeinträchtigen.

Die Beachtung dieser Beleuchtungsaspekte im Außenbereich trägt dazu bei, dass Wege, Treppen und Rampen gut erkennbar sind und eine sichere Nutzung, auch bei schlechten Lichtverhältnissen, gewährleistet ist.

Barrierefreie Türen für einfache Zugänglichkeit

Die Eingangstür ist eine entscheidende Schnittstelle für die Zugänglichkeit eines Hauses oder einer Wohnung.

1. Optimale Maße und Gestaltung von Türen:

Eine barrierefreie Tür sollte eine lichte Breite von mindestens 90 cm haben, um Rollstuhlfahrern ausreichend Platz zu bieten. Für eine selbstfahrende Person im Rollstuhl sind auch Bewegungsflächen vor und hinter der Tür von 1,50 m x 1,50 m wichtig, um ein leichtes Manövrieren zu ermöglichen. Ein Abstand von mindestens 50 cm zur Mitte des Schlosses gewährleistet, dass die Tür ungehindert geöffnet werden kann.

Um den Türdrücker auch vom Rollstuhl aus gut erreichen zu können, sollte der Türrahmen nicht mehr als 26 cm tief sein. Optimal befindet sich der Türgriff in einer Höhe von 85 cm. Dabei sind Senkrechte oder waagerechte Bügel, die bogenförmig oder U-förmig gestaltet sind, Drehgriffen vorzuziehen. Durch die verschiedenen Greifhöhen bei senkrechten Bügeln oder die einfachere Handhabung von Türen mit waagerechten Bügeln wird das Betreten des Hauses bzw. der Wohnung erleichtert.

Die Beachtung dieser Kriterien bei der Gestaltung von Türen trägt dazu bei, dass sie für alle Nutzergruppen, insbesondere für Rollstuhlfahrer, leicht zugänglich und nutzbar sind.

Überwindung von Türschwellen für maximale Sicherheit

Nach dem Öffnen der Tür ist es wichtig, sicher über die Türschwelle zu gelangen, ohne Stolperfallen zu riskieren.

1. Optimierung von Türschwellen:

In der Regel sollte eine Türschwelle eine maximale Höhe von 2 cm haben, um Stolpergefahren zu vermeiden. Ausnahmen gelten für spezielle Bedürfnisse wie das Verhindern von Regenwasser- oder Schneeeintritt. Hier können Höhenunterschiede bis zu 15 cm auftreten, die durch Konstruktionen wie Metallroste als Entwässerungsrinnen oder andere spezielle Lösungen verringert werden können. Es ist ratsam, für solche Anpassungen Fachleute zu konsultieren, um mögliche Probleme zu vermeiden.

2. Anpassung des Bodenbelags für geringere Höhendifferenzen:

Bei geringen Höhenunterschieden zwischen Außen- und Innenbereich kann eine Anpassung der Bodenbeläge Abhilfe schaffen. Das Gefälle im Außenbereich sollte stets von der Tür weg ausgerichtet sein, wobei ein Gefälle von bis zu 4 Prozent akzeptabel ist und ein maximaler Wert von 6 Prozent notfalls überwunden werden kann.

Die Berücksichtigung dieser Aspekte bei Türschwellen schafft eine sichere Umgebung, die das Risiko von Stolperfallen minimiert und gleichzeitig den Eintritt von Witterungseinflüssen verhindert.



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